Wissenswertes
zu Dispersionslacken
Die größten Zuwachsraten der letzten Jahre weisen bei anhaltendem
Trend die Dispersionslacke auf, da sie sich für die meisten Lackanwendungen
als
vorteilhaft erweisen. Sie basieren überwiegend auf verschiedenen Polymerdispersionen,
sogenannten modifizierten Acrylaten in feinstverteilter Form. Weitere Bestandteile
sind wasserlösliche Harze, Wachsdispersionen, Wasser und diverse Additive, die
maßgeblich verschiedene Eigenschaften beeinflussen.
Der Festkörperanteil der Dispersionslacke liegt etwa bei 35% bis 45%.
Selbst bei
etwa 10% bis 30% Restfeuchte im Lack ist die Filmbildung bereits so weit abgeschlossen,
dass der Lack praktisch als trocken zu bewerten ist.
Die Trocknung erfolgt durch
Brechen der Dispersionen. Auf dem Druckbogen wird Wasser durch die Kapillarwirkung
des Bedruckstoffes und durch Verdunsten dem Lackfilm entzogen. Die Polymerteilchen
der Dispersion nähern sich so weit, dass sie ineinander fließen und somit den
Lackfilm bilden.
Ein Prozess von Sekundenbruchteilen.
Pro:
- hoher Glanz-/Matteffekt
- sehr schnelle Filmbildung und schnelle Trocknung
- wenig bis kein Pudern nötig
- sehr gute Kratz- und Scheuerfestigkeit
- geruchs- und geschmacksneutral
- keine Vergilbung
- hohe Elastizität des Films
- gute Gleitfähigkeit
- mit Wasser verdünn- und waschbar
- sehr gute Siegelfestigkeit
- lösemittelfrei und somit umweltgerecht
Contra:
- Aussparungen erfordern Auswaschplatten oder das Schneiden von Gummitüchern
- Papierverzug bei leichten Papieren (ca. 90 g/m2) möglich. Die Grenzen für beiseitiges
Lackieren liegen etwa bei 135 g/m2 (abhängig von der Papierqualität)
- Alkaliechtheit der Druckfarben erforderlich
- angetrockneter Lack schwer entfernbar